SpecialVeröffentlicht am 12.09.17 um 17:59h | 0 Kommentare

Apps statt Blockbuster-Games? Der Aufstieg der Handyspiele

Im September des Jahres 1990 brachte Nintendo den Gameboy in Europa auf den Markt und mobiles Gaming eroberte hierzulande erstmals öffentliche Verkehrsmittel, Schulhöfe und Büros. Ziemlich genau 27 Jahre später wird immer noch an allen möglichen Orten gezockt – allerdings vornehmlich auf dem Smartphone. Spiele-Apps werden immer populärer und sind sogar dabei, großen Spieleproduktionen für PCs und Konsolen den Rang abzulaufen.

AAA-Games: Zu teuer für Hersteller und Kunden?

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen sind Entwicklung und Vermarktung von Triple-A-Spielen vom Schlage eines Grand Theft Auto 5 oder Destiny 2 mittlerweile fast unvorstellbar teuer: Die Budgets übersteigen die von Hollywood-Blockbustern mitunter deutlich: So soll GTA 5 etwa 275 Millionen US-Dollar gekostet haben, für die Destiny-Reihe macht Hersteller Activision Blizzard innerhalb eines Zeitraums von 10 Jahren insgesamt 500 Millionen Dollar locker. Mit diesen Investitionen will man den Spielern spektakuläre Spiele mit aufwendiger Grafik liefern – das Ganze ist aber mit viel Risiko verbunden: wird das fertige Produkt bei Testern und Spielern schlecht aufgenommen, ist der finanzielle Verlust riesig.

Dazu kommt noch, dass die Installationsbasis bei Konsolen und Gaming-PCs vergleichsweise niedrig ist – längst nicht jeder besitzt ein solches Gerät, es gibt also sehr viel weniger mögliche Abnehmer als für Handyspiele. Und was man nicht vergessen darf: Ein AAA-Game kostet euch im Normalfall schon beim Kauf 60 bis 70 Euro.

Apps: Das Win-win-Konzept

Im Bereich der Apps sieht all das ganz anders aus. So nutzen mittlerweile fast 80 % aller Deutschen ein Smartphone – Zahlen, von denen die Anbieter von Xbox, Playstation und Gaming-PCs nur träumen können.

Außerdem ist die Auswahl an verfügbaren Smartphone-Spielen wesentlich größer als im AAA-Bereich, wie ein einfacher Blick in den Appstore eurer Wahl oder auf Portale wie browsergames.de verrät. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass ein Handyspiel wesentlich kostengünstiger zu produzieren ist als Call of Duty und Konsorten. Gleichzeitig sind die Preise deutlich moderater, meist zahlt ihr für ein Smartphone-Game maximal einstellige Eurobeträge – viele Titel gibt es dank Free2Play-Modell sogar ganz umsonst. Trotzdem lohnt sich das Ganze für die Entwickler, die über Mikrotransaktionen mehr als genügend Geld einnehmen. So gewinnt ihr als Spieler, und auch die Hersteller freuen sich – ein Konzept, dass bisher nur bei wenigen AAA-Games (beispielsweise Warframe) ansatzweise funktioniert.



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